2010

17:49 Montag, 4. Januar 2010

Ein würdig großes Hallo ans neue Jahrzehnt. Gediegen habe ich es mit Verwandtschaft und Freunden schon begrüßt. 700 Gramm Grillfleisch pro Person, handgelenkszertrümmende Luftakrobatik im Wii-Luftkampf, und many rockets out of ur anus (ich liebe die englische Sprache) waren das Begleitprogramm.
Habe ich besonders große Vorsätze, weil ein neues Jahrzehnt beginnt? Oh nein, für Vorsätze gibt es immer nur einen richtigen Zeitpunkt: sofort!
Ich bin - wie immer seit ich denken kann - überzeugt, daß 2010 ein gutes Jahr wird. Ich bin in der außerordentlich glücklichen Situation, daß ich in dieser Überzeugung noch nie enttäuscht wurde. Schließlich bin ich Dank Gaby 2010 mit Geld, Kleidung, Essen.... und weissen Kaffeebechern versorgt. Was kann da denn noch groß passieren?

PS:
Der Maya-Kalender sagt für den 04.01.2010:
Kraft der Freiheit und Befreiung - wird heute begonnen.
Es werden erstaunlich viele Maya-Kalender verkauft. Deshalb glaube ich nicht an den Weltuntergang 2012. Womit sollen denn dann die armen Maya-Kalender-Verkäufer 2013 Geld verdienen?

* Fipsens Weisheit im Dezember *

18:55 Sonntag, 6. Dezember 2009

Glühweinwürstchen und Lebkuchenpommes auf einem Weihnachtsmarkt sind keine Marktlücke.

* Fipsens Weisheit im November *

13:58 Samstag, 28. November 2009

Faule Menschen spitzen zum Pfeifen nur den Mund und hoffen auf Wind. Fleißige Menschen holen tief Luft.

American Health Care

18:35 Samstag, 14. November 2009

Eine gesetzliche Krankenversicherung in Amerika... Falls ja, sollte jedes neue Zwangsmitglied als Eintrittsprämie ein "Shake Weight" bekommen. Da bei Protesten gegen die Gesundheitsreform Parallelen zum Holocaust gezogen wurden (ein Transparent mit einem Bild aus Dachau mit dem Vergleich zu einer "Gesundheitsreform" im 3. Reich. Das Volk der Geschmacklosigkeit enttäuscht einen nie), wäre ich gespannt, wie lange bei einer solch bigotten Nation erste Assoziationen aufkommen würden. Millionen von gut trainierten männlichen Amerikanern hätten zumindest mit "Kein Sex vor der Ehe" überhaupt kein Problem mehr. "Yes darling, i can wait!":

Fieberwahn

17:40 Donnerstag, 12. November 2009

Es gibt kaum etwas Langweiligeres, als 1 Woche allein ans Bett gefesselt zu sein. Es gibt kaum etwas Verstörenderes, als das Ausmaß der eigenen merkwürdigen Gedanken im Fieberdelirium miterleben zu müssen.
Es fängt beim Frühstück an, als die Sirupflasche besonders vollbusig aussah. Wie gesagt, man ist lange allein. Das eine Gewissen keimt auf und sagt: "Hey, das ist eine Sirupflasche!". Der Teufel auf der linken Schulter sagt: "Wen interessiert´s?", und der Engel auf der rechten Schulter meint dazu: "Hell Yeah!".
Im Fieberwahn ist also keinesfalls Verlass auf Menschenverstand, Moral und Sozialkompetenz. Mal abgesehen davon, dass Kassiererinnen mit Sprüchen wie "21,76? Das ist so clever von Ihnen. Wie sind Sie da nur hier im Sitzen darauf gekommen?" schwer anzumachen sind. Fieberwahn scheint die Sinne zu schärfen, jedenfalls sahen die üblichen Verdächtigen im Supermarkt noch grimmiger als sonst aus. Der erschreckendste Gedanke der Woche war: Die Menschen wären viel freundlicher zueinander, wenn jeder eine Waffe hätte. Kein Gedrängel an einer Schlange, keine unfreundliche Verkäufer, keine Tütenpacker, die die schweren Sachen nach oben packen. Ich hatte die Propagandarede gedanklich schon fertig ("Ich brauche die Unterstützung von Ihnen allen, denn anfangs werden sehr viele Menschen sterben!"), bis mir einfiel, dass es in Amerika auch nicht klappt. Ich bestrafte mich für solch bösen Gedanken mit einem halben Tag Hustensaftentzug. Gefolgt von einem neuen Fieberschub, der am nächsten morgen (wieder beim Hausbäcker, der einzige Ort, den ich in dieser Woche ausser meiner Wohnung täglich sah) dafür sorgte, dass ich einen kleinen Jungen desillusionierte. Er schaute zu seinem Opa auf:

Junge: Wenn ich gross bin, will ich Polizist werden.
Opa: Der liebe Gott sagt, Du kannst alles werden, was Du willst.
Fipsen: Da hat er leider nicht mit Dir gesprochen, kleiner Junge. Du solltest lieber fleissig üben, Löcher zu graben.

Meine 2 Standardausreden helfen mir da auch nicht mehr weiter:
"Mich kennt hier ja keiner." --> Inzwischen kennt man mich hier.
"Ich will hier eh weg." --> Ich kann hier so schnell nicht weg. Nur noch 3 Sammelmarken, und ich kriege im örtlichen Supermarkt Gratisschinken.

* Fipsens Weisheit im Oktober *

16:49 Samstag, 24. Oktober 2009

Ich wurde mal bei einer Selbstmord-Hotline gefeuert, weil es gar keine Kundenbeschwerden gab.

Inception

17:09 Donnerstag, 17. September 2009

Manchmal reicht 1 Minute, um meine Neugier zu wecken. Und manchmal folgt 1 Jahr des Wartens, um meine Neugier zu enttäuschen. Ich hoffe das ist hier nicht der Fall, selten hat mich ein Trailer so gefesselt:


* Fipsens Weisheit im September *

16:06 Sonntag, 6. September 2009

Schöne Frauen sind einfach nur schön. Das sagt nichts über ihre Intention aus.

* Fipsens Weisheit im August *

10:54 Mittwoch, 26. August 2009

Wenn Du denkst, dass jemand denkt, Du wüsstest was er denkt, mach das Gegenteil.

Slow Food

12:26 Samstag, 22. August 2009

Bezieht sich der Begriff "Fast Food" nun auf "schnell Essen kriegen" oder "schnell Essen vertilgen", genauer eher "schnell kaltes Essen vertilgen"?
Letztens besuchte ich den wohl ersten Subway der Welt. Zumindest hinterließ er aufgrund mangelhafter Ablaufprozesse und spärlich stressresistentem Personal diesen Eindruck. Da man schon geraume Zeit in der Schlange steht, kann man sich in aller Ruhe auf die ausführliche und präzise Bestellung vorbereiten (Sparmenü Nr. 8 , Steak & Cheese, mit einem halben Italian Brot, jawohl, getoasted, einfach Käse, alle Beilagen und Sweet Onion Sauce), so wird dies durch die beeindruckende Vergesslichkeit des Personals direkt wieder relativiert. Dazu ein Azubi mit der Kompetenzausstrahlung eines Käsebrötchens an der Kasse, hervorragend kombiniert mit einem überforderten Rentner. Das alles resultierte nun in einem kalten Steak & Cheese mit warmer Cola nach 20 Minuten Wartezeit.

Aus purem Hohn warben die T-Shirts des Personals noch mit "Werden Sie bei uns Menü-Tester!" Ich konnte die doch verblüffende Behauptung aufstellen, für diesen Job ganz ausgezeichnet qualifiziert zu sein. Ohne einen Bissen genommen zu haben, prophezeite ich mir ein kaltes Steak & Cheese. Mir völlig unverständlich, warum ich den Job nicht bekommen habe. Wahrscheinlich überqualifiziert...

Man bedenke, überlebensfähige erwachsene Menschen hätten in diesen 20 Minuten im angrenzenden Wald 12 Kaninchen erlegt, ausgenommen und gehäutet. Mit Gegenständen aus nur 20 Meter Umkreis hätte man ein Lagerfeuer entfacht sowie eine Räucherhütte gebaut. Die Orangen vom kurz zuvor gepflanzten und großgezogenen Orangenbaum wären mit Hilfe eines geklauten Autoreifens zu Fanta verarbeitet. Und alles direkt vor dem Eingang der Slow Food Hölle mit Gewinn verkauft, zusätzlich zum Stillen des eigenen Hungers.

* Fipsens Weisheit im Juli *

17:14 Sonntag, 12. Juli 2009

Auch Veganer können dick werden.

Flicker

18:58 Sonntag, 21. Juni 2009

What a great song:


Searching Jürgen in Motala

20:19 Freitag, 19. Juni 2009

Letzten Herbst stellte ich mir also die Frage, wieviel Vorbereitungszeit man wohl braucht, um in Schweden 300 km am Stück um den Vätternsee fahren zu können. Die Antwort: 3 Monate und gerade mal 1000 km reichen, um nach 15 Stunden reiner Fahrtzeit trotz Erkältung anzukommen (auch wenn man im ersten Moment nicht glücklich dabei aussieht). Nachdem man den gesamten Freitag komprimierte Whirlpoolmengen an Wasser waagrecht über den Campingplatz jagen sah, legte man hochmotiviert und dick eingepackt in Regenklamotten um 20.28 Uhr los. Blaubeersuppe ist lecker, die erste wichtige Erfahrung am Verpflegungsdepot. Langes Stehen ist doof, da es echt wehtut, mit kalten Beinen wieder loszufahren. Schweden sind unhöflich, muss man hier leider sagen. Bei der Anfahrt in die Depots haben sich reihenweise Leute auf die Nase gelegt, da sie nicht rechtzeitig aus ihren Klickpedalen kamen. Die Schweden kümmert das herzlich wenig. Ich habe mich zwar auch nicht gerührt, als höflicher Deutscher aber wenigstens noch "Geht´s?" gefragt.

Jürgen. Jürgen würde schmerzlich vermisst, von sehr vielen Radlern. Jedes Mal, wenn ein schneller Zug aus gut trainierten Schweden von hinten anrollte, suchte ich mit nach Jürgen. Es mag vielleicht auch eine schwedische Warnung im Sinne von "Aus dem Weg!" gewesen sein. Mir war nach der x-ten Wiederholung mit einem Lächeln im Gesicht klar: Sobald einer von hinten wie gestört "JÜRGÄÄÄÄÄÄN!" brüllt, ab nach rechts und ducken. Die waren einfach nur viel schneller als wir.
Als es hell und irgendwann auch trocken wurde, war ich etwas abgelenkt von den ganzen süssen Mädchenärschen, die mich reihenweise überholten. Dass diese Mädels eine 10er-Potenz an Startnummer im Vergleich zu mir trugen, störte mein männliches Ego dabei nicht im geringsten. Ich hätte mich vorher schlau machen sollen, was "Gib mir Windschatten Bäbbäää!" auf schwedisch heisst. Nächstes Jahr wird jedenfalls meine Handynummer und "Call me if you like riding!" auf mein Trikot gedruckt sein.
Aber lieber nur auf die Brust, denn hinter mir waren nur dicke Frauen. Ich machte per Anfängerfehler zu oft selber einen Zug auf, ohne es zu merken. Man strampelt da gemütlich vor sich hin, schaut mal wieder nach hinten und erschrickt fürchterlich, da sich hinter einem schon 40 Leute angesammelt haben. Langsamer werden hilft nicht, dann werden die auch langsamer. Mehr Power um an den süssen Ärschen dran zu bleiben wäre wünschenswert gewesen.
Abends nach der Zieleinfahrt reichen übrigens 2 Bier und ein Cigarillo, um sich in einen 12 Stunden schweren, traumlosen Schlaf zu katapultieren. Der tags zuvor rammelvolle Campingplatz (ein Fussballplatz) war beim Blick aus dem Wohnmobil wie leergefegt, neben uns wurden schon wieder Fussballtore aufgebaut. Beim anschliessenden Morgenei wurde ich dann fast noch vom schwedischen Platzwart auf dem Klo eingeschlossen. Er fragte höflich in perfektem Englisch, ob er mich denn nächstes Jahr wiedersehen würde (das Motto: See You In Motala). Ich muss sagen... ja! Nächstes Jahr dann mit ordentlich Tempo. Und mehr Zeit für schwedische Grosstädte, die Mädels sind einfach zu süss.
An dieser Stelle nochmal danke an Brumming, dass er mich bis ins Ziel begleitet hat. Er hat übrigens nur noch drauf gewartet, dass ich den Veranstalter verklage. Motzen motiviert mich, und da die einzigen leichten Steigungen dann ausgerechnet auf den letzten 60 km kein Ende mehr nehmen, musste mein Umfeld viel Gemotze ertragen...
Also gut, 2010, See You In Motala.

* Fipsens Weisheit im Juni *

19:21 Sonntag, 7. Juni 2009

Einen Menschen, den man wirklich liebt, muss man genau deshalb auch loslassen können.

Was denn??? Es muss ja nicht immer albern sein... also nicht frech werden!

Frau Friedmanns "Last Order"

19:29 Samstag, 23. Mai 2009

Es ist immer wieder nett, die Servicewüste Hamburg zu besuchen. Nicht nur, dass in der Nähe vom Kiez kaum eine Bar vernünftige Cocktails kredenzen kann, das ganze geschieht auch noch mit herausragender Nettigkeit. So werden also "Lemon Caipis" mit der Duft- und Geschmacksnote von Domestos mit 3 akzeptablen Fruchtcocktails von Frau Friedmann mit ihrem schönstem grimmigen Blick serviert. Dazu wird mit einem schallenden Klatscher die Rechnung und dem gehauchten Betrag (inkl. Augenaufschlag) auf der Mitte des Tisches platziert. So sehr man versucht ist, die Cocktailschmach mit dem sensationellen Blick über Hamburgs Hafen zu verdrängen, umso mehr wird sie von Frau Friedmann mit einem gesäuselten "Wir schliessen gleich, last order?" eine halbe Stunde vor Zapfenstreich wieder in Erinnerung gerufen.

In total angesagten Hotelbars werden also grundsätzlich keine guten Cocktails serviert. Dafür wirken nette Bedienungen so deplatziert wie Frauen in der berühmten Strasse, deren Namen ich nicht zu erwähnen brauche. Aber es scheinen Frauen, die überaus sinneslos und unfreiwillig gelenkig neben dem DJ auf der Couch zusammensacken zum üblichen Abendbild zu gehören. Schauen darf man wohl, fragen eher nicht, auch wenn man zur Liegeposition die Antwort schon kennt: Ja, es tut genauso weh, wie es aussieht. Man traut sich selbst als bärtiger 90-Kilo Unrumpf nicht mehr so recht, den Cocktail (in diesem Fall eine Bloody Mary mit Schrebergartengemüsearoma) auszutrinken, passt sich dem restlichen Publikum an, straft die Dame mit Nichtachtung (die primären Geschlechtsorgane waren leider eh noch verhüllt und der DJ wahrscheinlich sehalb noch völlig desinteressiert) und verlässt auch diese Location.

Zu guter Letzt wurde auch noch die vage Hoffnung, nach Jahren der Suche den ersten Taxifahrer gefunden zu haben, der die Frage "Hatten Sie schon mal den Fall, dass jemand in Ihr Taxi gesprungen ist und "Folgen Sie diesem Wagen!" gebrüllt hat?" mit "Ja" beantwortet durch eine wirre polnisch-deutsche PolizeierkennedieseMann-Story, der man im Coktailvernebelten und Zitronenkaugummischwangeren Heimfahrtsdunst eh nicht mehr folgen konnte, zerstört.

In dieser Nacht muss meine mir bislang unbekannte Vorliebe für Schachtelsätze entstanden sein, wie ich gerade beim Korrekturlesen bemerke.