* Fipsens Weisheit im Januar *

17:27 Donnerstag, 22. Januar 2009

Wenn das lila Nilpferd vom Regenbogen isst, wird der Strauch der Glückseligkeit neues Leben gebären.

Klingt wie mein Kopf sich anfühlt.

Die Domestizierung geht weiter. Sie stößt in Ebenen vor, an die kein Mann je zu denken wagte. Nach den üblichen Tücken des Kennenlernens und der anschließenden Entwürdigung zum Weichei besteht in einer eingespielten Beziehung eine testosteronschwangere Situation nur noch dann, wenn man auf dem Pott bei einem besonders sonor gelungenen Furz sich die fehlende Anerkennung nur selbst mit einem müden, halbherzigen und tonal viel zu hohem Grunzen verschaffen kann. Nach Anerkennung heischende Blicke durch die halb geöffnete Lokustür in Richtung Wohnzimmercouch hat man ganz schnell als schlechte Idee erkannt. Überhaupt ist es mal wieder Zeit für gute Idee, schlechte Idee:
Gute Idee: Der Frau ohne Grund Blumen schenken.
Schlechte Idee: Schlafende Frauen mit einem feuchten Fuzzi wecken... Gott, sind die nachtragend. Es ist auch eine schlechte Idee, in einen Swimmingpool ohne Wasser zu springen, aber da weiß man wenigstens, bis wann die Verletzungen verheilt sind.

Wie komme ich seit langem mal wieder auf dieses Thema? Ich habe ein Weihnachtsgeschenk bekommen. Und selten hat mich ein Geschenk so überrascht. Um meiner eigen Gesundheit Willen sei an dieser Stelle gesagt: Ich finde das Geschenk toll und praktisch, ganz ehrlich. Mir war nur nicht bewusst, dass der Anblick von durch Schlüssel, Handy, Brieftasche etc. ausgebeulten Hosentaschen für Frauen so unerträglich ist. Wir Männer sehen das ja eher pragmatisch. Man hat alles "am Mann", wie o.g. Alltagsgegenstände und ggf. Wasserspritzpistolen, eine Playstation und ein Rumpsteak, falls man später nochmal Hunger bekommt. Deshalb werden Hosen nur billig gekauft und alle 2 Jahre ersetzt.

Ich bekam zu Weihnachten also eine "Herrentasche". Richtig, das Äquivalent zur Damenhandtasche.... für Herren.... fürs Handy.... die Schlüssel... die Brieftasche.... sogar das Rumpsteak. Der Frau ist es 1. egal, dass man mit so einer Tasche schwul aussieht, 2. wahrscheinlich sogar recht, da man sofort für schwul und für andere Frauen somit als ungeeigneter Flirtpartner angesehen wird.

Geduldig trage ich also diese Tasche und ertrage stoisch die dummen Sprüche der Arbeitkollegen. Ich erfreue mich mit an straff sitzenden, unausgebeulten Hosen. Und eigentlich ist die Tasche praktisch.... wirklich.

Blick nach vorn

14:52 Sonntag, 4. Januar 2009

2008 war ein gutes Jahr. Alle Voraussetzungen, die man für´s Glücklichsein braucht, sei es idealistischer oder materialistischer Art, waren gegeben. Ich breche damit die deutsche Routine des andauernden Jammerns. Ich gehe sogar einen Schritt weiter: Ich weiß, dass 2009 auch ein gutes Jahr wird. Der drohenden Finanzkrise werde ich mich ein ander Mal widmen, wenn das überhaupt noch jemand hören will.

Was mich persönlich betrifft, so werden sämtliche im Jahr 2008 ausgeübten Anstrengungen im Jahr 2009 ganz sicher fruchten.

Was war gut in 2008:
  • Ich habe viel erlebt, viele alte Freunde wieder getroffen
  • Leute wieder getroffen, auf welche ich nicht so viel Wert gelegt habe. Und trotz der üblichen Schwabenklischees wurde ich auch positiv überrascht
  • Die neue Behausung (Dachgeschosswohnung) mit nur einem Nachteil: Sie wird schwer zu toppen sein
  • Rauchfrei geblieben
Das wird gut in 2009:
  • Die neue Dachterrasse im Sommer geniessen
  • Der Job (hoffe ich...)
  • Die Vättern Rundfahrt, die Anmeldung dort setzt mich zweierlei unter Druck. Zum einen die Anmeldung an sich, denn völlig untrainiert sollte man daran nicht teilnehmen. Das Training wird also hoffentlich wieder Kontur in den Körper bringen. Zum anderen kaufe ich mir für soviel widerstrebend Geld ein Trainingsgerät, dass das ausgegebene Geld auch benutzt werden muss
  • Der 30ste Geburtstag
Letzteres erfüllt mich mit ansteigender Neugierde. Ich kann mir wohl denken, dass man sich mit 30 nicht anders fühlt als mit 29, dennoch "sagt" sich das Alter damit anders. Bleiben da nur noch sämtliche dämliche Traditionen wie Fegen etc. Ich arbeite bisher erfolgreich dagegen, wenn man nur weiss, wo man betroffene Personen mit Drohungen am härtesten treffen kann. Bisher war alles dabei, vom plumpen Hausanzünden bis zur säuberlich zerlegten Katze im Briefkasten, der man vorher fachmännisch alle Körperflüssigkeiten entfernt und jede Kralle mit einer unterschiedlichen Farbe Nagellack lackiert hat. Oh ja, ich habe 2008 jede Folge von Dexter gesehen. Ein bisschen Dexter steckt in jedem von uns. Meiner kommt immer beim Autofahren raus, das wird sich auch 2009 nicht ändern.

Echte Vorsätze gibt es dieses Jahr derer nur zwei: Fit für Vättern werden, und endlich wieder mit offenen Augen durch die Welt gehen, mit jenem feinen Gespür für grenzdebile Alltagssituationen, das mir seit der Studienzeit hoffentlich nicht völlig verloren gegangen ist. Hoffentlich... immerhin gibt es diesen Vorsatz nun schon zum zweiten Mal....


Fipsen & bellendes Schwabola Part II

18:45 Donnerstag, 23. Oktober 2008

Es war nicht zu erwarten, dass sich die Schwaben dank meiner Abwesendheit verändert hätten. Und dennoch war ich auf meinem dienstlich und privat geprägten Ausflug zum Bodensee und zur Schwäbischen Ostalb überrascht. Kulinarisch wäre die Sprachgewalt der Schwaben nach wie vor vergleichbar mit Kartoffelbrei, ungewürzt. Alternativ mit Haferflocken, ohne Zucker.... und Milch. Aber ich gebe gerne zu, dass die Schwaben besser Fahren als die Lipper (vor allem flotter). Hier scheint überschüssige Energie frei zu werden, die beim Sprechen nicht genutzt wird. Denn die sprachliche Trägheit ist schon bei Wortlosigkeit deutlich vernehmbar, z.B. einem simplen Lachen. Lachende Schwaben klingen wie die verlangsamt abgespielte Aufnahme eines mit Seehunden voll besetzten Strandes, die aufgeregt wegen dreister Handtuchtouristen vor sich hinblöken. Ich sehe, dass die Schwaben ihre Münder bewegen, aber ich höre ständig nur dieses Geräusch.

Eine mir neue (oder verdrängte) Gattung habe ich dann doch noch erlebt: Provokative Schwaben. Ein provokativer Schwabe ist ungefähr so eindrucksvoll wie ein 4-jähriger Junge, der rebellisch zu seiner Mutter "Du Kacka!" sagt, und sie mit grossen Augen erwartungsvoll anschaut, was jetzt wohl passiert, nur weil er dieses böse Wort morgens im Kindergarten gelernt hat. Jede Mutter wird mir bestätigen können, dass es unmöglich ist, dabei ernst zu bleiben.

Die schwäbische Sparsamkeit ist immer noch vorbildlich, wie ich an meiner Unterkunft mit rustikalem Namen merkte. Schon im Internet wurde mit bewachten und überdachten Parkplätzen geworben. Um die Kosten durch Abnutzung und Reinigung in Grenzen zu halten, durfte man nur exakt vor der Überdachung parken. Verständlich. Den Gästen wird wohl des Weiteren empfohlen, auf dem Zimmer möglichst viel fernzusehen. Das würde zumindest erklären, warum das Zimmer mit 50er-Jahre Einrichtung weitestgehend staubfrei war, bis auf die ca. 4 Kilo hinter dem Fernseher. Nicht umsonst bringt das Schwabenland reichlich Ingenieure hervor, wenn selbst Hotelpersonal die Elektrostatik zu nutzen weiss. Eine Erweiterung der Hausordnung, die Fernseher nicht zum Bett zu drehen, wäre hier allerdings angebracht.

Selten musste ich einwandfreie und wohlintonierte Sätze, die ich meistens hinkriege, so oft wiederholen, wie in 3 Tagen Schwabenland. Eine gute Nachricht zum Schluss: Die kulinarische Weltsprache au "Big Mac" wird verstanden und lässt einen da unten wenigstens nicht verhungern.

*Pfffff* Nachtrag

18:27 Freitag, 3. Oktober 2008

Meine emotional bessere Hälfte beschwerte sich immer wieder bitterlich, dass mein Auto "angeglotzt" wird, siehe Punkt 1 unter Pfffff.
Nun, ich muss zugeben, zu Recht. Irgendwo auf der A7 überholt uns ein Kleintransporter mit 8 Polen an Bord, welche zwanghaft die rechte Fahrzeughälfte mit ihrem Gewicht strapazieren müssen, nur um mit offenen Mündern meine schwarzen Felgen zu sehen. Passenderweise läuft in diesem Moment im Radio "Das hat die Welt noch nicht gesehen" von den Söhnen Mannheims.
Wieder einmal ein prägendes Erlebnis mit Erkenntnisstempel.

"Pfffff"

18:15 Mittwoch, 17. September 2008

Ich bin bekennender Turbo-Fan geworden. Nicht nur auf rein sachlicher Ebene.

1. Die Passantenblicke, wenn man durch die heimische grosse Kleinstadt fährt. Ein schwarzes Auto mit schwarzen Felgen scheint dermaßen ungewöhnlich zu sein, dass man zu erwarten scheint, der Fahrer steigt aus und entpuppt sich nur als schnöde Tarneinheit. Zu Erkennen daran, dass eine Kopfklappe aufgeht und sich ein kleines grünes Männchen aufgrund der vorhergegangenen kurvenreichen Landstrasse auf die Schulter der Bedieneinheit übergibt. Das ist ein wesentlicher Faktor, der Mitfahrern schon mal peinlich ist.

2. Die Geräuschkulisse. Ohne technisch ins Detail gehen zu wollen, pfeift und zischt ein Turbo. Voller Euphorie ertappe ich mich immer wieder dabei, Mitfahrer darauf aufmerksam zu machen. "Hömma wie geil der Turbo pfeift und zischt! *pfeif* und *pffff*!!"
Ich muss dazu erwähnen, dass ich nicht müde werden, diese Geräuschkulisse stundenlang simultan nachzumachen. Bis ich irgendwann von der Beifahrerseite völlig entnervt angebrüllt werde: "Wenn Du nicht ständig *pffff* machen würdest, könnte ich auch wirklich mal den Turbo hören!" Seitdem versuche ich mich damit auf Stammtischgespräche zu reduzieren (mit vollem Mund allerdings auch nicht empfehlenswert). Das Fenster während des Beschleunigens mit dem Hinweis "Hörstes pfeifen?" im Winter zu öffnen ruft ebenfalls kein Verständnis hervor.

3. Die Heckansicht. Sie scheint so harmlos zu sein, dass Halbstarke entweder versuchen, den Titel eines bei mir im Kofferraum liegenden Buches zu entziffern, oder todesmutige Überholmanöver starten. Ich habe eins mit zunehmender Reife gelernt: Es gibt immer schnellere Autos als das eigene. Fehlende Einsicht ist dabei ein - wie ich finde - sehr sinnloses Streben nach Erfolgserlebnissen.

4. Die Leistung. Zugegeben, im Lipperland ist man schon mit 100 PS hoffnungslos übermotorisiert, schließlich haben die Lipper die Langsamkeit erfunden. Dennoch bietet die entsprechende Leistung, um Lipper in ihrer gewohnten Geschwindigkeit von 75 km/h auf der Landstrasse zügig überholen zu können, ein erhebliches Plus an Komfort.

5. Das Auto als Diskussionsgrundlage. Als langjähriger Fahrer alter BMWs zog es mich eine zeitlang noch in diverse BMW-Internetforen. Dort fand ich eines Tages einen Artikel über einen teil-entrüsteten BMW-Fahrer, der sich auf der Autobahn dem hier beschriebenen Modell geschlagen geben musste. Eine Einmischung konnte ich nicht unterlassen, allerdings war die fachlich fundierte Aussagekraft der Argumente der BMW-Fahrer nicht zu überbieten. Sämtliche rein sachlich von mir aufgeführten Argumente bzgl. Leistung, Verbrauch etc. konnten mühelos mit dem unschlagbaren Argument "ABER IST ES IST DOCH EIN VOLKSWAGEN!" entkräftet werden. Original gross geschrieben. Dieser Aussage habe ich nichts hinzuzufügen.

A Sausend Klicks

19:00 Sonntag, 10. August 2008

Unfassbar, eines der sinnlosesten Blogs der Welt (selbstdeklariert) hat die 1000 Klicks - Marke überschritten. Freude oder Unverständnis? Ich bin emotional geil verwirrt.
Du einer mir wohlgesonnener Zwischennetznutzer: Für Deine Sehnenscheidenentzündung vom vielen Klicken kann ich leider keine Haftung übernehmen, aber ich danke Dir von Herzen.

Fips beim Zahnarzt Part II

13:45 Samstag, 2. August 2008

4 Jahre nicht beim Zahnarzt gewesen zu sein kostet ungefähr 350 - 420 Euro. Danach ist die Mundhöhle zwar generalüberholt, dafür hat man jetzt aber Schmerzen, die man 4 Jahre lang zuvor nie hatte. Um Temperaturempfindlichkeit nachvollziehen zu können, hat das sadistische PorschefahrermitmeinemGeld-Pack das Eisspray entdeckt. Nur um auf meinen Schmerzenschrei mit "da ist doch gar nix!" zu reagieren. Auch ein Röntgenbild mit einem Gerät, das mich - wer weiß ob die schuckelige Helferin ihren Beitrag leistete - spontan an eine schwedische Penispumpe erinnerte (und mir dann doch nur an die Backe gehalten wurde), brachte letztendlich keinen Befund. Diagnose des Arztes: Du hast Schmerzen, aber da ist nix, und jetzt raus!

Nur gut, dass man vorher nicht 2 Stunden im Behandlungszimmer wartend versucht hat, die stolz präsentierten 2 x 2 Meter selbstgemalten Bilder des Arztes zu verstehen. Ich gab das mit dem festen Glauben auf, dass mir der Arzt gleich erzählen würde, dass es ein Phönix aus der Asche sei, gemalt nur mit Sperma und Orangensaft. Das hätte auch erklärt, warum ich den sonst gewohnten klinischen Geruch vermisste. Eine ingenieursmäßig gewagte Konstruktion, die 3 Plastikbecher, den grossen Sauger, 10 Watteröllchen und den Mundspiegel enthielt (keine weiteren Details, ich habe vor zu patentieren) sorgte während der 2 Stunden für dezente Geruchsentsorgung... und beinahe Hausverbot.

Immerhin hat er nicht einmal aus Rachegelüsten versucht, mit den üblichen Werkzeugen Zahnbluten zu provozieren und über meine Putzroutine zu meckern. Wahrscheinlich hat sich das letzte Ereignis bei jeder Tagung des ZVDDMPUAHZS (Zentraler Verband deutscher Zahnärzte mit Porsche und ausgeprägtem Hang zum Sadismus) im Laufe der letzten Jahre rumgesprochen.

Gott sei Dank war das nur der 2. Kollege der Gemeinschaftspraxis. Mein Stammarzt muss ja irgendwann wieder aus dem Urlaub kommen. Der hat zwar o.g. Kosten verursacht, aber dafür alles mit stoischer Nettigkeit adressatengerecht erklärt. War zwar gut gemeint, mir als Ingenieur die Fachbegriffe in den offenen Rachen zu hauchen. Dumm nur, dass ich trotz meiner technischen Begabung von Dentalmedizin genauso wenig Ahnung habe wie jeder andere Patient. Jetzt sag das dem Arzt mal mit durch Stahl und Watte unterstützter Maulsperre...
Ihm zuliebe allerdings werde ich das Porscheklischee demnächst ablegen, da er in der Tat jeden Tag mit dem Fahrrad zur Praxis fährt.

Rentneragame

18:00 Mittwoch, 9. Juli 2008

.... er sitzt da schon seit einer halben Stunde. In mir steigert sich der Verdacht, dass Rentner und Bartagamen Seelenverwandte sein müssen. Da Rentner eher selten 20 Stunden am Tag regungslos auf einem Ast rumgammeln, ist meine Agame wohl eher ein Rentner.

Wenn er könnte, würde er in breitem Hessisch (ich glaub da ist er geboren) den menschlichen Rentnerkonkurrenten auf der anderen Strassenseite anblaffen, dass man früher den Bürgersteig auch mal gründlicher gefegt hat. Das Gekrächze nebenher soll Singen sein? Früher haben wir so geweint, als Gummistiefel noch aus Holz waren.

Wäre hätte gedacht, dass sich das "aus dem Fenster kucken" für eine Echse als Tageshighlight herausstellt. Ich werde ihm ein kleines Kissen und ein Mini-Unterhemd nähen, eine kleine Flasche Bier mit Mini-Kippe basteln. Dann verstecke ich mich unter dem Fensterbrett und übernehme das hessische Gekeife. Vielleicht noch ein kleines Schild mit "Was guggst Du? Ich hing schon auf nem Ast, da hast Du noch in die Windeln gemacht!". Über die dämlichen Gesichter der Passanten muss er mir dann berichten.... irgendwie...

Langeweile

11:28 Dienstag, 13. Mai 2008

10 Dinge, die ich gerne mache, wenn mir langweilig ist:
  1. Bei IKEA Bielefeld 1 Stunde lang in der Abteilung "jugendliches Wohnen" mit einem gefälschten Preisschild "Fipsen, vormontiert und pflegeleicht, 39 €" regungslos auf einem Sessel sitzen
  2. Auf einem Friedhof bei einem beliebigen Grab ein wenig Erde beiseite schaufeln und ein Schild mit "Bin mal kurz weg" hinlegen
  3. Im Strassencafe sitzen, die Köpfe von vorbeigehenden Leuten zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und laut rufen "Ich zerquetsche Eure Köpfe!"
  4. Bei einem grossen Hochhaus auf dem Klingelbrett eines der äusseren Namensschilder rausnehmen und gegen "LICHT" tauschen
  5. Leuten, die nach dem Weg fragen, es so erklären, dass sie - ohne es zu durchschauen - 5 Minuten später wieder exakt an derselben Stelle stehen
  6. Leute, die sich laut auf der Strasse vor meiner Wohnung unterhalten, aus einem Fensterschlitz mit Knallerbsen bewerfen
  7. An Grillabenden aus Abfällen Tischskulpturen bauen und bei der Verabschiedung dem Gastgeber schenken
  8. An der Ampel die aufgedruckte Handynummer des Handwerkerwagens neben mir anrufen "Hier ist die Polizei, Sie telefonieren während der Fahrt!"
  9. An der Ampel Leute beim Popeln nachahmen und damit konfrontieren
  10. Den Trend der "10 Dinge" auch in meinem Blog einmal anwenden...

Elitäre Steingesichter

19:36 Sonntag, 20. April 2008

Mit grossem Erstaunen erfahre ich, dass Barack Obama von Hillary Clinton im Rahmen des Wahlkampfes gehässig als "elitär" bezeichnet wurde, was Obama im weiteren Verlauf des Wahlkampfes schaden könnte. Sagen mediale Stimmen.
Dass in einem Land wie Amerika ein gewisser Grad an Intelligenz schnell als arrogant wirken kann, wundert uns sicher nicht. Dass eine machtbesessene und erzkonservative Frau im Wahlkampf auf einen solchen Zug aufspringt, halte ich persönlich aber für bedenklich.

Liebe Hillary, als potentielle Präsidentin ist "elitär" sicher nicht schlecht. Wenn man für ein solch mächtiges Amt den Strauss bekommt, besteht die realistische Chance, dass sein Angesicht in einen Berg gemeisselt wird. Wenn also die ganze Welt hunderte von Jahren lang diverse Hackfressen in einem Berg ertragen muss, so können die Persönlichkeiten dahinter nicht elitär genug sein. Der Präsident sollte seinem Volk in jeder Hinsicht weit überlegen sein, vor allem intellektuell und vom Bildungsstand bestimmt zur Elite gehörend. Beim amerikanischen Volk sicher kein grosses Problem, mag man denken. Allerdings konnte es selbst in diesem simplen Sachverhalt im Laufe der Jahre mehrfach erschreckend versagen, seien es Laienschauspieler oder texanische Stotterer, die Kinderbücher vor der Kamera falsch herum halten.

Sind wir doch mal ehrlich, würde unsereins Präsident der USA werden, so würden wir bei sämtlichen Paraden mit Hawaihemd und Hut oben aus der Limousine schauen und in jede Kamera "Schau mal Muddi, das Ding hat Schiebedach und ne Cocktailbar" brüllen. Das ist nicht elitär. Bei Hillary baut sich bei mir unweigerlich das Bild der Queen auf, wie sie mit verkniffenem Gesicht "not amused" ist. Das ist nicht auch elitär, das ist nicht volksnah, das ist einfach nur arrogant.

Ich mag Obama, der mit seiner schonungslosen Ehrlichkeit über sein eigenes Volk weltweit Anerkennung findet. Ausser bei seinem eigenen Volk vermutlich. Werden es die Amrikaner verkraften, dass ein potentieller Präsident ihre 2 Heiligtümer, Religion und Ballermänner, als schnöde Hoffnungsklammer bezeichnet? Es wäre ein erster Schritt heraus aus dem Mittelalter....

Hundeleben

17:54 Sonntag, 13. April 2008

Alle Jahre wieder wird man beim Geniessen der ersten Frühlingssonnenstrahlen im Park mit den nervigsten Tieren belästigt, die die Menschheit je domestiziert hat. Hunde. Penetrant an der Hose kratzende Pudel, den Ansprung aus vollem Lauf antäuschende 80 Kilo schwere Doggen und messerscharf kläffende kolumbianische Kampfhamster, ich ließ das volle Programm über mich ergehen. Zumindest nutzte ich das Ausblenden der Nervköter zum Nachdenken.

Ich glaube ich weiss, warum wir Menschen Hunde so mögen. Weil sie Idioten sind. Für Hunde ist alles und jeder ein Wunder. Die allabendliche Heimkehr des Herrchens zum Beispiel:
"Da ist er wieder, dieser Kerl! Den kenn ich! Das ist derselbe wie gestern abend, ich kann´s nicht fassen!"
Füttern: "Wieee? Noch ne Dose Hundefutter?? Unglaublich, ich dachte das gestern sei die letzte gewesen!"
Spazieren: "Wirf den Stock! Wirf den Stock! Wirf den Stock! Wirf den Stock! Ich glaub´s nicht, er hat den Stock geworfen!"

Sind Hunde wirklich insgeheim schlau und spielen nur den Idioten? Ihr Hundebesitzer, was meint Ihr, was Euer Hund so denkt, wenn Ihr vor ihm in der Bude auf und ab rennt? Mailt mir dazu. Vermutlich ärgert sich der Hund nur, dass er keine Immatrikulationsbescheinigung unterschreiben kann und denkt sich: "Was der Kerl kann, kann ich schon lange! Besser! Videorekorder programmieren? Jau, könnt ich! Steuererklärung? Lächerlich..."

Eine gewagte These, die mir regelmäßig anhand praktischer Beispiele widerlegt wird. Es gibt Hunde, die versuchen einen Stein mit authoritärem "Öbb" Bäume hochzujagen. Es gibt Hunde, die beim Stöckchenwurf begeistert (es handelt sich hierbei ja um ein Wunder) losrennen, um auf dem Weg zu vergessen, was sie wollten. Ich bleibe dabei, Hunde sind Idioten. Bei körperlichen Behinderungen sollte man sich nicht auf sowas verlassen, dann lieber eine Blindenechse.

Ich geh mal eben meine Trottelagame ärgern. Auch wenn seine Grobmotorik nicht die beste ist, ich glaube intellektuell ist er mir über.

Kräutersalz?

19:16 Sonntag, 16. März 2008

Kann mir mal einer sagen, warum mir belanglose Kurzdialoge im Alltag jahrelang so prägnant in Erinnerung bleiben, dass ich beim 8312. Gedanken daran immer noch kichern muss wie ein kleiner Junge?
Seit ich weiss, dass die Frage, warum es in einem Gefrierschrank schimmeln kann, einer Komplexität der Frage nach dem Sinn des Lebens in nichts nachsteht, wurde es schrittweise schlimmer. Da stehe ich bei der Kirmes am Crepes-Stand und höre neben mir eine ältere Dame (ÄD) zur Crepes-Verkäuferin (CV) sagen:

ÄD: Ach guten Tag, Sie sind ja auch jedes Jahr da.
VD: Richtig, wo soll ich auch sonst sein als Crepes-Standbetreiberin?
ÄD: Einmal Käse-Crepes bitte
VD: Mit Kräutersalz?
ÄD: NEIN *4 Sekunden Pause* Brauch nich....

Was zur Hölle ist daran so lustig? Das bestimmte "Nein"? Der nachgeworfene Hinweis, dass man Kräutersalz ja wohl nicht nötig habe? Ich weiss nur eins:

Wenn ich mit meinem guten Studienkumpel (der zu oft Zeuge bei solchen Ereignissen war und ist) mit 92 Jahren griesgrämig auf einer schwebenden Parkbank sitze und Robotertauben per elektro-magnetischem Impuls unserer Hörgeräte lahmlege, werden wir bei der blossen Erwähnung von Schimmel im Gefrierschrank und Kräutersalz in hustenschwangere Lachanfälle versinken. Das macht den Gedanken ans älter werden für kurze Zeit erträglich....

Gestatten, Spike.

12:16 Sonntag, 2. März 2008

Ein durchaus pflegeleichtes Haustier, dass sich 80% des Tages damit begnügt, regungslos auf einem Ast herumzuhängen. Das passt gut zum Charakter des Herrchens, wobei mir langsam die für mich geeigneten Äste ausgehen. Obiger Hauptdarsteller aber klettert sehr gerne, liess ich mir sagen. Toll, denk ich. Wenn er es denn auch könnte. Da gibt man eine erhebliche Summe für ein kletter-paradiesisches Terrarium mit 1 Meter Höhe aus, sucht lange nach geeignetem Klettermaterial, und 2 Stunden nach dem Ersteinzug hört man ein vernehmliches *padauz*
Als ich besorgt nach schweren Verletzungen nachsehen will und auf dem Gang ins Wohnzimmer überlege, wo man wohl einen so kleinen Defibrillator herkriegt, liegt die Trottel-Agame halb seitlich auf dem Futternapf mit einem *AUAAAAAA* schreienden Blick. Die tun sich dabei nix, hört man. Darauf vertraue ich, obwohl es mir immer schwerer fällt. Denn ausser nicht klettern, können die Biester auch nicht gut hören, sehen und riechen. Erkennt man daran, dass sie selbst dann noch daneben schnappen, wenn man ein Stück Salatblatt 5 mm vor die Schnauze hält. Es empfiehlt sich also, das Lebendfutter (Heimchen) 20 Minuten vor dem Füttern in den Kühlschrank zu stellen, um ein Maximum an Trägheit zu provozieren. Durch das Leerschnappen der Deppen-Agame kann so ein Heimchen schon mal entkommen, sich 3 Monate lang von Staub und Essensresten in einer unerreichbaren Küchennische ernähren und jede Nacht ein ausgiebig nerviges Zirpkonzert starten.

Und dann muss ich den anerzogenen Freiheitsdrang noch eindämmen. Macht der gestern abend Bambule im Terrarium, und aus lauter Nettigkeit lass ich ihn mal kurz raus. Voller Energie stürmt die Nerv-Agame glitschend übers Parkett, nur um nach ca. 8 Metern Strecke die Lust zu verlieren und sich im untersten Regalfach zum Pennen zu legen. Direkt neben der Dolby Surround Box, deren voller Leistungseinsatz beim Spielfilmabend wohl keinerlei Störfaktor zu sein scheint. Spät abends schlafend ins Terrarium zurück verfrachtet, empfängt mich die Zicken-Agame heute morgen mit einem vorwurfsvollen "jetzt dann wenigstens Futter, und nimm Dir Zeit, ich hab´s nicht so mit dem kucken" - Blick. Während ich das alles schreibe, bin ich immer mehr überzeugt davon, dass wir unseren Spass miteinander haben werden.

Biofeuer

18:36 Donnerstag, 17. Januar 2008


*Schlabber*köchel* macht mein neuer, mit Bio-Ethanol-Gel befeuerter Kamin, nicht etwa *knister*knack*

Bis auf die Geräuschkulisse kommt dieses Gerät einem echten Kamin doch sehr nahe. Zusätzlich zur Anschaffung ist mir "ein gemütlicher Abend vor dem Kamin ca. 2-3 Euro" wert. Kuscheligen Winterabenden steht also nichts mehr im Wege, außer mangelndem Winter und die Tatsache, dass die kürzlich frei gewordenen 2 kleinen Eisbärfelle gerade mal meine Füsse bedecken.

So ein Kamin erzeugt angeblich nicht mehr CO² als 2 Kerzen, als Fahrer eines leistungsstarken Autos macht mir das keine Sorgen. Eher der Absatz in der Anleitung, welcher besagt, der Kamin würde bei geschlossenem Fenster in einer Stunde 2-3 m³ Sauerstoff verbrauchen. Er brennt jetzt schon seit 3 Stunden, das Fenster ist nah... ich bin fast da...