Nacht der Erinnerung

19:42 Mittwoch, 4. März 2009

Mindestens einmal im Leben hat jeder einen Traum, der alte, längst vergessen geglaubte Erinnerungen in einer schrecklich intensiven Mischung aus Realität, Geborgenheit und unglaublich vertrauten Gefühlen aus einer lange vergangenen Zeit wieder an die Oberfläche bringt. So intensiv, dass das Erwachen im heimischen Schlafzimmer, welches eigentlich vertraut sein sollte, sich fremd, beängstigend und verwirrend anfühlt. Noch Tage später gibt man sich der vergeblichen Hoffnung hin, dorthin zurückzufinden, wo man noch heute glaubt, am besten aufgehoben gewesen zu sein. Als man sich vor langer Zeit vornahm, ein Versprechen zu halten, das nun erst durch einen solchen Traum wieder ins Bewusstsein kam, weil der moderne Trend zum Vergessen und Verdrängen neigt. Was würde man investieren, um jemand bestimmtes ausfindig zu machen, von dem man inzwischen nicht einmal mehr weiß, ob er noch lebt? Wie weit würde man gehen, um ein Versprechen halten zu können, wissend, dass man sich möglicherweise einer wichtigen persönlichen Konstante in der Zeit beraubt hat.

Man geht heutzutage schon beim Kennenlernen davon aus, dass man Personen nicht über viele Jahre in Kontakt und im Bewusstsein halten wird.
Würde man denn jemandem, der einem heute sehr am Herzen liegt, bedingungslos vertrauen, wenn er sagen würde: "Wir werden uns 10 Jahre nicht sehen, aber sei genau heute in 10 Jahren an einem bestimmten Ort und warte. Ich kann Dir nicht sagen auf was und warum, aber es ist unglaublich wichtig!"
Das Erfüllen eines solchen Versprechens bedeutet das Bewahren alter Werte wie Vertrauen. Die Einsicht, in dieser Beziehung versagt zu haben, kostet unzählige schlaflose Nächte und somit die Chance auf einen erneuten Traum, in welchem man wenigstens dort, nur für eine Nacht, alles richtig machen kann.

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